Eine große rostige industrielle Greiferskulptur steht auf einer Kiesfläche in der Nähe einer Straße in Bayern, mit modernen Gebäuden, Autos und einem leuchtend orangefarbenen Lastwagen im Hintergrund unter einem teilweise bewölkten Himmel.

ZAS: Bayernweit die niedrigsten Entgelte

Kaufmännischer Werkleiter Robert Moser zieht positive Bilanz – Jahr 2019 ganz im Zeichen großer Investitionen

Artikel im Alt-/Neuöttinger Anzeiger vom 14.11.2018

Burgkirchen. Der Zweckverband Abfallverwertung Südostbayern (ZAS) wird auch im Jahr 2019 die bayernweit niedrigsten Entgelte für die Müllentsorgung für die Kreise und deren Bürger anbieten können. Das bestätigte der Kaufmännische Werkleiter Robert Moser im Rahmen der jüngsten Werkausschusssitzung.
Für den Landkreis Altötting sinke der Preis für die angelieferte Tonne nochmals um 10 auf 38 Euro. Das gelinge, obwohl die kalkulierten Verluste für 2019 rund 8,5 Millionen betragen werden. Das ZAS werde zum Ausgleich 7,773 Millionen Euro aus den Rücklagen entnehmen. „Das ist kein Problem für uns, da diese sehr hoch sind“, erklärte Altöttings Landrat Erwin Schneider als Verbandsvorsitzender.

Die hohen Rücklagen des Verbandes, in dem sieben Landkreise vereinigt sind, resultierten aus Rückstellungen, die für eine letztendlich nicht getätigte Großinvestition angehäuft wurden. Schneider bemerkte, dass diese selbst bei derartig hohen Entnahmen wie 2019 noch mindestens zehn Jahre reichen würden.
Die Müllentsorgung sei damit bayernweit die günstigste. Das unterstrich Robert Moser. Er benannte Beispiele anderer Regionen, deren Entsorgungskosten zwischen 99 und mindestens 121 Euro lägen. Moser erläuterte, warum im Jahr 2018 keine Rekorde wie in den beiden vorangegangenen Jahren aufgestellt wurden. 2017 lagen die entsorgten Mengen bei rund 240000 Tonnen. „Aufgrund betrieblicher Stillstände mussten wir einiges umleiten, was nicht einfach ist. Das holen wir nicht mehr auf“, erklärte Moser. …..

Unter Strich bezifferte Moser das Halbjahresdefizit auf 2,121 Mio. Euro. Der im Wirtschaftsplan prognostizierte Jahresfehlbetrag liege bei 5,845 Millionen Euro, wie Kaufmännische Werkleiter erläuterte.
Der Blick sei auch auf die nähere und weitere Zukunft des Unternehmens gerichtet. Das kommende Jahr stehe ganz im Zeichen großer Investitionen. „Das ZAS ist in die Jahre gekommen. Deshalb sind geplanten die Wartungs- und Sanierungsmaßnahmen umfangreicher“, unterstrich Hubert Bartylla, der Technische Werkleiter. So würden beispielsweise die Außenanlagen für 600000 Euro saniert. Die Elektro-Mess- und Regeltechnik werde für 1,2 Millionen Euro erneuert.
Darüber hinaus werde das angeschlossene Gewächshaus für 1,8 Millionen angeschlossen. Die Ausschussteilnehmer rissen zwei weitere spannende Zukunftsaspekte an. Einerseits wurde gefragt, ob nicht der gesamte Dampf verstromt und ins Netz eingespeist werden könnte. Bartylla meinte, dass man dazu erst eine genauere Analyse vornehmen müsste, weil in diesem Zuge eine weitere Turbine vonnöten sei.
Nicht minder interessant gestaltete sich die Nachfrage nach einer möglichen Klärschlammverbrennung, da dieser eine immer größere Problematik für die Städte und Gemeinden darstelle. Auch dieses Thema werde im Auge behalten, wobei dieses neue Geschäftsfeld vom Grundsatz sowohl politisch als auch in der Umsetzung noch vieler wegweisenden Vorgaben bedarf.

Uli Kaiser

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